Jutta Berkemer-Ziegler
20.12.2007, 10:41
Über das Thema Breitbandzugang im ländlichen Raum wird seit Jahren diskutiert. Immer wieder melden sich Bürgermeister zu Wort, die für ihre Kommune eine Breitbandversorgung wünschen und Unterstützung einfordern. Die Forderungen richten sich an die staatliche Seite – die Rufe nach Förderprogrammen werden mittlerweile lauter – oder an die Betreiber von kabelgebundenen Breitbandnetzen, die ihrerseits gebetsmühlenartig auf
die Unwirtschaftlichkeit des Anliegens verweisen.
Die Dringlichkeit indessen wächst. Viele Unternehmen machen ihre Standortentscheidung nicht mehr nur vom Angebot klassischer Infrastruktur abhängig, sondern auch von der Verfügbarkeit eines schnellen Internetzugangs. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen sie einen Breitbandanschluss.
Zentrale Geschäftsprozesse wie die Kunden-Lieferantenkette laufen heute fast ausschließlich über das Internet. Während in Ballungsräumen nahezu jeder Haushalt an diese Technologie angeschlossen werden kann, gibt es im ländlichen Raum viele „weiße Flecken“ auf der Karte. Einen Anspruch auf flächendeckende Versorgung gibt es nicht, obwohl die Erwartung der Bürger und Bürgerinnen dahin geht, dass Breitbandanschlüsse wie Strom und Wasser zur Grundversorgung gehören. Deswegen sind neue Strategien und Ansätze für Kommunen gefragt. Auf der politischen Ebene herrscht Einigkeit, dass der ländliche Raum einen sicheren und gleichberechtigten Zugang zur Informationsgesellschaft braucht. Die baden-württembergische Landesregierung hat mehrfach erklärt, dass sie der Erschließung des ländlichen Raums mit Breitbandanschlüssen eine hohe Priorität einräumt.
Bereits im Jahr 2004 wurde die „Clearingstelle Neue Medien im Ländlichen Raum“ gegründet, die Städte und Gemeinden kostenlos bei der Verbesserung der Kommunikationsinfrastruktur berät. Die Webseite www.clearingstelle-bw.de (http://www.clearingstelle-bw.de) gibt außerdem einen Überblick über die verschiedenen technischen Übertragungssysteme für den Zugang zur Datenautobahn (siehe Beitrag BWGZ 13/2007). Der Ansatz, Orientierungshilfe zu bieten, Informationen gebündelt zur Verfügung zu stellen und Kontakte herzustellen, hilft den Verantwortlichen in Kommunen bei der Analyse und der Findung der passenden Lösung. Welche Technologie
zum Einsatz kommt und wie die Rahmenbedingungen bei der Realisierung
aussehen, ist Sache der Gemeinde.
Die Schere zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Regionen soll sich nicht weiter öffnen. Die Gefahr, dass bestimmte Regionen informationstechnisch weiter zurückfallen ist realer denn je. Der Präsident des Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Thomas Langheinrich sagt: „Wer dem Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur auch im ländlichen Raum Baden-Württembergs Schub verleihen will, muss auf neue Kooperationen und Geschäftsmodelle setzen.“
Zusätzlich zu dem kabelgebundenen Breitband gibt es eine Reihe von Funklösungen, die ebenfalls technologisch und wirtschaftlich wettbewerbsfähig sind. Neben WIMAX und WLAN haben die Mobilfunknetzbetreiber in den letzten Jahren stark in den Ausbau der UMTS-Netze investiert.
Bislang wurde die mobile Breitbandlösung via UMTS kaum als Alternative wahrgenommen. Mittlerweile hat aber zum Beispiel Vodafone 2200 Städte und Gemeinden und damit rund 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS bzw. mit der Weiterentwicklung HSDPA versorgt. Dabei sind jetzt schon Datenraten bis zu 3,6 MBit/s realisiert. An Ballungspunkten wie zum Beispiel
Flughäfen werden jetzt schon Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 7,2 MBit/s erreicht. Damit sind Mobilfunklösungen ebenso schnell wie das Festnetz und zu vergleichbaren Konditionen für die Endkunden verfügbar. Technisch ist der UMTSTurbo längst ausgereift. Die notwendige Hardware ist meist schon ab einem Euro für die Kunden erhältlich. Für die Mobilfunktechnologie gilt: Sie entwickelt sich rasend schnell, für Updates müssen keine Kabel ausgegraben werden und der Nutzer hat am
Ende einen vergleichbaren Komfort.
Das bedeutet für Kommunen, die heute noch keinen DSL-Zugang haben, dass sie sich am besten möglichst breit informieren, welche alternativen Zugänge vielleicht bereits vorhanden sind oder sich mit der entsprechenden
Unterstützung der Kommune realisieren ließen. Die Kommunen sind gut beraten, die Initiative zu ergreifen, sich alle Technologien anzuschauen und aktiv zu handeln. Ein neutraler Technologieansatz ist am besten geeignet, den Anschluss an die Datenautobahn zu bekommen.
Checkliste für Kommunen:
● Status in der Kommune klären, inklusive Bedarfsanalyse
● Technologieneutrale Prüfung der Infrastrukuren
● Kontaktaufnahme mit Anbietern
● Nutzung der vorhandenen Koordinationsstellen (zum Beispiel Gemeindetag,
Clearingstelle).
Az. 623.40; 797.30
Von Dr. Margarete Steinhart*
* Die Autorin ist Pressesprecherin der Vodafone D2 GmbH.
die Unwirtschaftlichkeit des Anliegens verweisen.
Die Dringlichkeit indessen wächst. Viele Unternehmen machen ihre Standortentscheidung nicht mehr nur vom Angebot klassischer Infrastruktur abhängig, sondern auch von der Verfügbarkeit eines schnellen Internetzugangs. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen sie einen Breitbandanschluss.
Zentrale Geschäftsprozesse wie die Kunden-Lieferantenkette laufen heute fast ausschließlich über das Internet. Während in Ballungsräumen nahezu jeder Haushalt an diese Technologie angeschlossen werden kann, gibt es im ländlichen Raum viele „weiße Flecken“ auf der Karte. Einen Anspruch auf flächendeckende Versorgung gibt es nicht, obwohl die Erwartung der Bürger und Bürgerinnen dahin geht, dass Breitbandanschlüsse wie Strom und Wasser zur Grundversorgung gehören. Deswegen sind neue Strategien und Ansätze für Kommunen gefragt. Auf der politischen Ebene herrscht Einigkeit, dass der ländliche Raum einen sicheren und gleichberechtigten Zugang zur Informationsgesellschaft braucht. Die baden-württembergische Landesregierung hat mehrfach erklärt, dass sie der Erschließung des ländlichen Raums mit Breitbandanschlüssen eine hohe Priorität einräumt.
Bereits im Jahr 2004 wurde die „Clearingstelle Neue Medien im Ländlichen Raum“ gegründet, die Städte und Gemeinden kostenlos bei der Verbesserung der Kommunikationsinfrastruktur berät. Die Webseite www.clearingstelle-bw.de (http://www.clearingstelle-bw.de) gibt außerdem einen Überblick über die verschiedenen technischen Übertragungssysteme für den Zugang zur Datenautobahn (siehe Beitrag BWGZ 13/2007). Der Ansatz, Orientierungshilfe zu bieten, Informationen gebündelt zur Verfügung zu stellen und Kontakte herzustellen, hilft den Verantwortlichen in Kommunen bei der Analyse und der Findung der passenden Lösung. Welche Technologie
zum Einsatz kommt und wie die Rahmenbedingungen bei der Realisierung
aussehen, ist Sache der Gemeinde.
Die Schere zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Regionen soll sich nicht weiter öffnen. Die Gefahr, dass bestimmte Regionen informationstechnisch weiter zurückfallen ist realer denn je. Der Präsident des Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Thomas Langheinrich sagt: „Wer dem Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur auch im ländlichen Raum Baden-Württembergs Schub verleihen will, muss auf neue Kooperationen und Geschäftsmodelle setzen.“
Zusätzlich zu dem kabelgebundenen Breitband gibt es eine Reihe von Funklösungen, die ebenfalls technologisch und wirtschaftlich wettbewerbsfähig sind. Neben WIMAX und WLAN haben die Mobilfunknetzbetreiber in den letzten Jahren stark in den Ausbau der UMTS-Netze investiert.
Bislang wurde die mobile Breitbandlösung via UMTS kaum als Alternative wahrgenommen. Mittlerweile hat aber zum Beispiel Vodafone 2200 Städte und Gemeinden und damit rund 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS bzw. mit der Weiterentwicklung HSDPA versorgt. Dabei sind jetzt schon Datenraten bis zu 3,6 MBit/s realisiert. An Ballungspunkten wie zum Beispiel
Flughäfen werden jetzt schon Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 7,2 MBit/s erreicht. Damit sind Mobilfunklösungen ebenso schnell wie das Festnetz und zu vergleichbaren Konditionen für die Endkunden verfügbar. Technisch ist der UMTSTurbo längst ausgereift. Die notwendige Hardware ist meist schon ab einem Euro für die Kunden erhältlich. Für die Mobilfunktechnologie gilt: Sie entwickelt sich rasend schnell, für Updates müssen keine Kabel ausgegraben werden und der Nutzer hat am
Ende einen vergleichbaren Komfort.
Das bedeutet für Kommunen, die heute noch keinen DSL-Zugang haben, dass sie sich am besten möglichst breit informieren, welche alternativen Zugänge vielleicht bereits vorhanden sind oder sich mit der entsprechenden
Unterstützung der Kommune realisieren ließen. Die Kommunen sind gut beraten, die Initiative zu ergreifen, sich alle Technologien anzuschauen und aktiv zu handeln. Ein neutraler Technologieansatz ist am besten geeignet, den Anschluss an die Datenautobahn zu bekommen.
Checkliste für Kommunen:
● Status in der Kommune klären, inklusive Bedarfsanalyse
● Technologieneutrale Prüfung der Infrastrukuren
● Kontaktaufnahme mit Anbietern
● Nutzung der vorhandenen Koordinationsstellen (zum Beispiel Gemeindetag,
Clearingstelle).
Az. 623.40; 797.30
Von Dr. Margarete Steinhart*
* Die Autorin ist Pressesprecherin der Vodafone D2 GmbH.