Jutta Berkemer-Ziegler
13.01.2009, 13:08
Von Dr. Margarete Steinhart
Die Autorin ist Pressesprecherin der Vodafone-Niederlassungen Süd und Südwest.
Digitale Infrastruktur ist die Lebensader des 21. Jahrhunderts. So wie früher Eisenbahnen und Autobahnen für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen entscheidend waren, so ist es heute der Zugang zur Wissensgesellschaft. Wenn es nicht rasch gelingt, den ländlichen Raum an die Datenautobahn anzuschließen, wird es kurz oder mittelfristig Standorte erster, zweiter oder dritter Klasse in Deutschland geben.
Es ist eine schleichende Gefahr für die 10 Prozent der Bevölkerung, die heute keinen schnellen Internetzugang haben. Baden-Württemberg nimmt bundesweit eine Spitzenposition in der IT- und Mediennutzung ein. Mehr als 60 Prozent der Menschen im Land sind online. Ohne breitbandige Internetzugänge werden die Bevölkerung und die Betriebe in ländlichen Regionen abgehängt. Deswegen ist eine Allianz von Politik und Industrie notwendig, die rasch für Lösungen sorgt.
Bilanz der baden-württembergischen Modellprojekte
Baden-Württemberg ist auf diesem Gebiet schon die ersten Schritte gegangen. Gemeinsam mit der Industrie hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Modellprojekte ins Leben gerufen und aufgezeigt, welche technischen Chancen und Realisierungsmöglichkeiten es für Kommunen gibt. Ein wichtiger Aspekt dabei war die Technologieneutralität und das klare Bekenntnis von Minister Peter Hauk: „Baden-Württemberg setzt beim Anschluss des Ländlichen Raums an die Datenautobahn auf alle Breitband-Technologien.“ Angesichts der sehr unterschiedlichen topographischen und siedlungsstrukturellen Gegebenheiten im Ländlichen Raum und des Zwangs für alle Unternehmen, im privatisierten Telekommunikationsmarkt Investitionen in die Breitbandversorgung auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu tätigen, wäre es fatal, nur auf eine einzig Breitbandtechnologie wie beispielsweise DSL oder TV-Kabel zu setzen, so der Minister weiter. Nur der Einsatz der jeweils an die örtliche Gegebenheit optimal angepassten Technologie ermögliche den raschen Anschluss der Gemeinden an die Datenautobahn.
UMTS als vollwertige Alternative
So wurden zum Beispiel im Projekt „UMTS als effiziente Alternative zur Breitbandversorgung im Ländlichen Raum“ drei Gemeinden über Funklösungen an das schnelle Internet angeschlossen. In den Gemeinden Brigachtal, Schönwald (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Willstätt (Ortenaukreis) hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum zusammen mit Vodafone gezeigt, wie die Breitbandversorgung in kleinen Kommunen hergestellt werden kann. Nach Abschluss des Modellprojektes im Frühjahr 2008 zog Minister Hauk folgendes Fazit: „Funktechnologien wie UMTS spielen bei der Überwindung der relativ weiten Entfernungen im Ländlichen Raum eine wichtige, kostengünstige Rolle.“
Aus Sicht des Anbieters sind die Erfahrungen mit dem Modellprojekt ebenfalls positiv. Die Gemeinden Brigachtal, Schönwald und Willstätt konnten in sehr kurzer Zeit via UMTS an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Innerhalb von wenigen Monaten konnten Datenübertragungsraten im Downlink von bis zu 7,2 MBit/s realisiert werden. Damit erweist sich UMTS als geeignete Alternative zum kabelgebundenen Breitband-Internetanschluss. Das Kunden-Feedback in diesen Gemeinden ist sowohl im Hinblick auf die erreichte Übertragungsgeschwindigkeit als auch in Bezug auf die unkomplizierte Handhabung der Technologie sehr positiv.
Ob bereits eine UMTS-Versorgung in der jeweiligen Kommune vorhanden ist, kann leicht per Mausklick geprüft werden (s. Linksammlung). Ist keine UMTS-Versorgung gegeben, haben die kommunalen Entscheider zudem die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus positiv
zu beeinflussen, indem sie Standorte für UMTS-Basisstationen zur Verfügung stellen und damit günstige Rahmenbedingungen schaffen.
In der Zwischenzeit konnte das Unternehmen weitere Kommunen über UMTS mit Breitbandzugängen versorgen. Unter anderem das zu Schopfheim gehörende Gersbach mit rund 800 Einwohnern sowie Häg-Ehrsberg, ebenfall im Landkreis Lörrach, das rund 850 Einwohner hat. Beide Projekte belegen deutlich, dass auch kleine Kommunen wirtschaftlich mit Breitbandzugang versorgt werden können. Voraussetzung für die Versorgung ist allerdings eine Mindestanzahl von Kunden.
Technologische Perspektiven
Mit der Übernahme der restlichen Anteile am Festnetzanbieter Arcor hat Vodafone Deutschland den Grundstein gelegt, einen integrierten Kommunikationskonzern zu schmieden, unter dessen Dach die Bereiche Mobilfunk, Festnetz, Datendienste und Breitband-Internet vereint sind. Arcor verfügt im nationalen Vergleich über eines der fortschrittlichsten Glasfasernetze und erreicht mit eigener Festnetz-Infrastruktur rund zwei Drittel der bundesdeutschen Haushalte. Wenn die Anbindung der Mobilfunk-Basisstationen an das Kernnetz über Glasfaserkabel realisiert werden kann, dann ist es möglich, sehr große Datenmengen schnell abzuführen. Noch in diesem Jahr soll sowohl im Down- als auch im Uplink die Geschwindigkeit an zahlreichen Standorten in Deutschland weiter erhöht werden.
Mit der nächsten Ausbaustufe von HSDPA und HSUPA lassen sich im nochmals deutlich höhere Datenraten als heute erzielen: An HotSpots im gesamten Bundesgebiet profitieren Kunden noch in diesem Jahr von Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde im Downlink und von bis zu 5,8 Megabit pro Sekunde im Uplink. Damit können alle Kunden des Unternehmens über das mobile Breitbandnetz unterwegs oft noch schneller die von Zuhause oder aus dem Büro gewohnten
Internet-Dienste nutzen.
Vodafone verfügt bereits heute über das am weitesten ausgebaute UMTS-Netzwerk in Deutschland. In über 2.250 Städten und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet können die Kunden heute schon UMTS und UMTS-Broadband mit Übertragungsraten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde im Downlink und 1,45 Megabit pro Sekunde im Uplink nutzen. Damit erreicht das Unternehmen rund 80 Prozent der Bevölkerung. Höhere Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde sind heute
schon an mehr als 350 Orten realisiert. Für den schnellen Upload von Dateien mit Datenraten von bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde ist HSUPA in allen mit UMTS-/HSDPA-abgedeckten Gebieten verfügbar.
Mit Datenraten von bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde können Bilder und große Dateimengen von unterwegs oder aus dem Büro per Mobilfunk schneller als mit den gängigen DSL-Anschlüssen versendet werden.
Allianz für Infrastruktur
Nichtsdestotrotz wird es auch weiterhin Kommunen geben, für die zur Zeit – unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten – kein wirtschaftlich vertretbarer Netzausbau möglich sein wird. Die Lösung für diese
Gemeinden heißt Digitale Dividende oder Freigabe der wenig genutzten Rundfunkfrequenzen. Weil die Radio- und TV-Sender weniger Spektrum brauchen, um ihre Programme zu den Kunden zu schicken, liegen bis zu 400 Megahertz brach. Ein Teil dieser „Digitalen Dividende“ soll genutzt
werden, um auf dem Lande Internet mit DSL-Geschwindigkeit zu ermöglichen.
Der Clou: Da die brachliegenden Frequenzen einen ziemlich langwelligen Teil des Spektrums ausmachen, können hier Mobilfunkanbieter mit relativ wenigen Basisstationen eine große Fläche abdecken. Erst dadurch wird die Breitband-Versorgung der Gebiete möglich. Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK),
plädiert für einen Test, um zu überprüfen, „ob einige von der Internet-Versorgung abgekoppelte Orte über nicht genutzte Rundfunk-Frequenzen via Funk-Internet versorgt werden können.“ Minister Peter
Hauk regte für das wichtige Zukunftsthema „Digitale Dividende“ eine
Bund-Länder-Vereinbarung an.
Allein der Netzausbau wird wohl einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erfordern. Hinzu kommen die Lizenzkosten. Wichtig ist jetzt Planungssicherheit. „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten: Die Mobilfunkanbieter erhalten bundesweit einen Teil der Frequenzen und verpflichten sich im Gegenzug, die Gebiete innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zu versorgen. Sehr detailliert, mit Postleitzahl und allen notwendigen Spezifikationen“, so Vodafone. Damit wäre der digitale Graben geschlossen, der das Land durchzieht. Zudem könne das Unternehmen das Spektrum nutzen, um auch in den Städten die Kapazitäten zu erhöhen. Der Kunde würde von erstklassiger Versorgung und interessanten Zusatzdiensten profitieren. Bund, Länder und Industrie müssten an einem Tisch sitzen.
Ein neues Verständnis für Infrastruktur ist vonnöten. Das sind nicht nur Autobahnen, Flughäfen und Bahnstrecken. Das sind vor allen Dingen die Datenautobahnen. Allerdings mangelt es nicht nur hier am politischen Gestaltungswillen. Die Frequenzverteilung sei Sache der Länder, die Versorgung der ländlichen Gebiete mit modernen Telekommunikationswegen aber Bundessache. Nötig ist eine konzertierte Aktion der Politik.
Az. 623.40; 797.33
Weitere Informationen online:
Hintergrundinformationen zum UMTS_Modellprojekt des MLR gibt es hier:
http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1223256/Prsentation%20vodafone.pdf
Eine aktuelle Netzabdeckungskarte ist hier abrufbar: http://www.vodafone.de/business/mobile-telefonie-handy-sms-mms-ausland/97094.html
Diese Karten ermöglichen einen schnellen Überblick über die vorhandene Versorgung – meist sogar aufgeschlüsselt nach unter-
schiedlichen Technologien – eines Anbieters.
Die Autorin ist Pressesprecherin der Vodafone-Niederlassungen Süd und Südwest.
Digitale Infrastruktur ist die Lebensader des 21. Jahrhunderts. So wie früher Eisenbahnen und Autobahnen für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen entscheidend waren, so ist es heute der Zugang zur Wissensgesellschaft. Wenn es nicht rasch gelingt, den ländlichen Raum an die Datenautobahn anzuschließen, wird es kurz oder mittelfristig Standorte erster, zweiter oder dritter Klasse in Deutschland geben.
Es ist eine schleichende Gefahr für die 10 Prozent der Bevölkerung, die heute keinen schnellen Internetzugang haben. Baden-Württemberg nimmt bundesweit eine Spitzenposition in der IT- und Mediennutzung ein. Mehr als 60 Prozent der Menschen im Land sind online. Ohne breitbandige Internetzugänge werden die Bevölkerung und die Betriebe in ländlichen Regionen abgehängt. Deswegen ist eine Allianz von Politik und Industrie notwendig, die rasch für Lösungen sorgt.
Bilanz der baden-württembergischen Modellprojekte
Baden-Württemberg ist auf diesem Gebiet schon die ersten Schritte gegangen. Gemeinsam mit der Industrie hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Modellprojekte ins Leben gerufen und aufgezeigt, welche technischen Chancen und Realisierungsmöglichkeiten es für Kommunen gibt. Ein wichtiger Aspekt dabei war die Technologieneutralität und das klare Bekenntnis von Minister Peter Hauk: „Baden-Württemberg setzt beim Anschluss des Ländlichen Raums an die Datenautobahn auf alle Breitband-Technologien.“ Angesichts der sehr unterschiedlichen topographischen und siedlungsstrukturellen Gegebenheiten im Ländlichen Raum und des Zwangs für alle Unternehmen, im privatisierten Telekommunikationsmarkt Investitionen in die Breitbandversorgung auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu tätigen, wäre es fatal, nur auf eine einzig Breitbandtechnologie wie beispielsweise DSL oder TV-Kabel zu setzen, so der Minister weiter. Nur der Einsatz der jeweils an die örtliche Gegebenheit optimal angepassten Technologie ermögliche den raschen Anschluss der Gemeinden an die Datenautobahn.
UMTS als vollwertige Alternative
So wurden zum Beispiel im Projekt „UMTS als effiziente Alternative zur Breitbandversorgung im Ländlichen Raum“ drei Gemeinden über Funklösungen an das schnelle Internet angeschlossen. In den Gemeinden Brigachtal, Schönwald (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Willstätt (Ortenaukreis) hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum zusammen mit Vodafone gezeigt, wie die Breitbandversorgung in kleinen Kommunen hergestellt werden kann. Nach Abschluss des Modellprojektes im Frühjahr 2008 zog Minister Hauk folgendes Fazit: „Funktechnologien wie UMTS spielen bei der Überwindung der relativ weiten Entfernungen im Ländlichen Raum eine wichtige, kostengünstige Rolle.“
Aus Sicht des Anbieters sind die Erfahrungen mit dem Modellprojekt ebenfalls positiv. Die Gemeinden Brigachtal, Schönwald und Willstätt konnten in sehr kurzer Zeit via UMTS an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Innerhalb von wenigen Monaten konnten Datenübertragungsraten im Downlink von bis zu 7,2 MBit/s realisiert werden. Damit erweist sich UMTS als geeignete Alternative zum kabelgebundenen Breitband-Internetanschluss. Das Kunden-Feedback in diesen Gemeinden ist sowohl im Hinblick auf die erreichte Übertragungsgeschwindigkeit als auch in Bezug auf die unkomplizierte Handhabung der Technologie sehr positiv.
Ob bereits eine UMTS-Versorgung in der jeweiligen Kommune vorhanden ist, kann leicht per Mausklick geprüft werden (s. Linksammlung). Ist keine UMTS-Versorgung gegeben, haben die kommunalen Entscheider zudem die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus positiv
zu beeinflussen, indem sie Standorte für UMTS-Basisstationen zur Verfügung stellen und damit günstige Rahmenbedingungen schaffen.
In der Zwischenzeit konnte das Unternehmen weitere Kommunen über UMTS mit Breitbandzugängen versorgen. Unter anderem das zu Schopfheim gehörende Gersbach mit rund 800 Einwohnern sowie Häg-Ehrsberg, ebenfall im Landkreis Lörrach, das rund 850 Einwohner hat. Beide Projekte belegen deutlich, dass auch kleine Kommunen wirtschaftlich mit Breitbandzugang versorgt werden können. Voraussetzung für die Versorgung ist allerdings eine Mindestanzahl von Kunden.
Technologische Perspektiven
Mit der Übernahme der restlichen Anteile am Festnetzanbieter Arcor hat Vodafone Deutschland den Grundstein gelegt, einen integrierten Kommunikationskonzern zu schmieden, unter dessen Dach die Bereiche Mobilfunk, Festnetz, Datendienste und Breitband-Internet vereint sind. Arcor verfügt im nationalen Vergleich über eines der fortschrittlichsten Glasfasernetze und erreicht mit eigener Festnetz-Infrastruktur rund zwei Drittel der bundesdeutschen Haushalte. Wenn die Anbindung der Mobilfunk-Basisstationen an das Kernnetz über Glasfaserkabel realisiert werden kann, dann ist es möglich, sehr große Datenmengen schnell abzuführen. Noch in diesem Jahr soll sowohl im Down- als auch im Uplink die Geschwindigkeit an zahlreichen Standorten in Deutschland weiter erhöht werden.
Mit der nächsten Ausbaustufe von HSDPA und HSUPA lassen sich im nochmals deutlich höhere Datenraten als heute erzielen: An HotSpots im gesamten Bundesgebiet profitieren Kunden noch in diesem Jahr von Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde im Downlink und von bis zu 5,8 Megabit pro Sekunde im Uplink. Damit können alle Kunden des Unternehmens über das mobile Breitbandnetz unterwegs oft noch schneller die von Zuhause oder aus dem Büro gewohnten
Internet-Dienste nutzen.
Vodafone verfügt bereits heute über das am weitesten ausgebaute UMTS-Netzwerk in Deutschland. In über 2.250 Städten und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet können die Kunden heute schon UMTS und UMTS-Broadband mit Übertragungsraten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde im Downlink und 1,45 Megabit pro Sekunde im Uplink nutzen. Damit erreicht das Unternehmen rund 80 Prozent der Bevölkerung. Höhere Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde sind heute
schon an mehr als 350 Orten realisiert. Für den schnellen Upload von Dateien mit Datenraten von bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde ist HSUPA in allen mit UMTS-/HSDPA-abgedeckten Gebieten verfügbar.
Mit Datenraten von bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde können Bilder und große Dateimengen von unterwegs oder aus dem Büro per Mobilfunk schneller als mit den gängigen DSL-Anschlüssen versendet werden.
Allianz für Infrastruktur
Nichtsdestotrotz wird es auch weiterhin Kommunen geben, für die zur Zeit – unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten – kein wirtschaftlich vertretbarer Netzausbau möglich sein wird. Die Lösung für diese
Gemeinden heißt Digitale Dividende oder Freigabe der wenig genutzten Rundfunkfrequenzen. Weil die Radio- und TV-Sender weniger Spektrum brauchen, um ihre Programme zu den Kunden zu schicken, liegen bis zu 400 Megahertz brach. Ein Teil dieser „Digitalen Dividende“ soll genutzt
werden, um auf dem Lande Internet mit DSL-Geschwindigkeit zu ermöglichen.
Der Clou: Da die brachliegenden Frequenzen einen ziemlich langwelligen Teil des Spektrums ausmachen, können hier Mobilfunkanbieter mit relativ wenigen Basisstationen eine große Fläche abdecken. Erst dadurch wird die Breitband-Versorgung der Gebiete möglich. Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK),
plädiert für einen Test, um zu überprüfen, „ob einige von der Internet-Versorgung abgekoppelte Orte über nicht genutzte Rundfunk-Frequenzen via Funk-Internet versorgt werden können.“ Minister Peter
Hauk regte für das wichtige Zukunftsthema „Digitale Dividende“ eine
Bund-Länder-Vereinbarung an.
Allein der Netzausbau wird wohl einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erfordern. Hinzu kommen die Lizenzkosten. Wichtig ist jetzt Planungssicherheit. „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten: Die Mobilfunkanbieter erhalten bundesweit einen Teil der Frequenzen und verpflichten sich im Gegenzug, die Gebiete innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zu versorgen. Sehr detailliert, mit Postleitzahl und allen notwendigen Spezifikationen“, so Vodafone. Damit wäre der digitale Graben geschlossen, der das Land durchzieht. Zudem könne das Unternehmen das Spektrum nutzen, um auch in den Städten die Kapazitäten zu erhöhen. Der Kunde würde von erstklassiger Versorgung und interessanten Zusatzdiensten profitieren. Bund, Länder und Industrie müssten an einem Tisch sitzen.
Ein neues Verständnis für Infrastruktur ist vonnöten. Das sind nicht nur Autobahnen, Flughäfen und Bahnstrecken. Das sind vor allen Dingen die Datenautobahnen. Allerdings mangelt es nicht nur hier am politischen Gestaltungswillen. Die Frequenzverteilung sei Sache der Länder, die Versorgung der ländlichen Gebiete mit modernen Telekommunikationswegen aber Bundessache. Nötig ist eine konzertierte Aktion der Politik.
Az. 623.40; 797.33
Weitere Informationen online:
Hintergrundinformationen zum UMTS_Modellprojekt des MLR gibt es hier:
http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1223256/Prsentation%20vodafone.pdf
Eine aktuelle Netzabdeckungskarte ist hier abrufbar: http://www.vodafone.de/business/mobile-telefonie-handy-sms-mms-ausland/97094.html
Diese Karten ermöglichen einen schnellen Überblick über die vorhandene Versorgung – meist sogar aufgeschlüsselt nach unter-
schiedlichen Technologien – eines Anbieters.